Unsere WordPress Webseite muss wohl oder übel mal aktualisiert werden. Wir haben nach den Tipps aus Teil 1 schon ein Backup der Seite mit dem Plugin Duplicator erstellt. Und diese 1zu1-Kopie auf einem Arbeitsserver installiert. Hier können wir zwar jetzt ohne Risiko an die Aktualisierung gehen, aber auch das kann viel Zeit und Nerven kosten, wenn man es nicht richtig macht.  Aber warum kann man nicht, wie es die WordPress Nutzeroberfläche– das Dashboard – suggeriert, einfach alle Bestandteile der Webseite mit einem Kopfdruck updaten?

Zusammenspiel vieler Faktoren: WordPress, Theme und Plugins

Da muss man sich vor Augen führen, dass jede WordPress Webseite ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Komponenten ist:

  • Die WordPress Software selbst
  • Das Theme, das das Aussehen der Webseite und ihrer Inhalte steuert
  • In der Regel weitere Plugins für viele nützliche oder ästhetische Funktionen wie Backup, Kontaktformular, Social Media Buttons, Pop-Ups, Slider etc.
  • Im Hintergrund mit php noch mindestens einer Programmiersprache, die zur Verfügung stehen muss
  • Dazu noch eine Datenbank, die mit SQL wiederum eine spezielle Abfragesprache nutzt
Wordpress ein Code mit vielen Komponenten

WordPress ein Code mit vielen Komponenten

All diese Komponenten werden von unterschiedlichen Organisationen und Menschen ständig weiterentwickelt mit unterschiedlichen Interessen und Zielen. Einiges wie WordPress oder php ist Open Source, d.h. es wird von Entwicklergruppen erstmal idealistisch vorangetrieben. Themes und Plugins werden meist von Anbietern mit kommerziellen Interessen entwickelt, selbst wenn Sie gerade mal eine kostenlose Version nutzen. Es ist praktisch unmöglich, dass diese Komponenten aus den unterschiedlichen Quellen permanent aufeinander abgestimmt sind. Für die php Entwickler ist z.B. WordPress nur eine Software unter Tausenden, die die Sprache nutzen.

Nur aktuelle Software ist gute Software

WordPress selbst ist vielleicht noch der zuverlässigste Teil in dem Ganzen aufgrund der sehr großen Nutzer- und Entwickler-Gemeinde, die daran und damit arbeitet. Aber auch WordPress muss mit aktuellen Trends mithalten, Sicherheit und Geschwindigkeit des Systems verbessern und Anforderungen von Nutzern erfüllen. Themes und Plugins sind der fragile Part in dem Konstrukt, wobei die größte Unsicherheit von den Plugins ausgeht. Als kleinere Software-Stücke sind sie recht schnell programmiert, aber ebenso schnell auch überholt. Und nicht immer lohnt es sich für die ursprünglichen Programmierer, ein Plugin weiter zu betreuen. Dazu wie man vor diesem Hintergrund das richtige Theme und die richtigen Plugins auswählt, kommen wir noch. Hier nur:

Tipp 4: Nutzen Sie die Schwarmintelligenz der Community: Achten Sie schon bei der Erstinstallation von Themes und Plugins auf die Anzahl der Installationen und die Bewertungen.

D.h. bei einem Update kann es immer passieren, dass auf einmal ein Stück Software fehlerhaft ist oder sich nicht mehr mit der neuen Version einer anderen Komponente verträgt. Manchmal merkt man das erst später bei einer bestimmten Funktion oder Ansicht, manchmal verschwindet gleich die ganze WordPress Website, der sogenannte Whitescreen. Man kann darüber streiten, was unangenehmer ist. Darum sollte man die Updates immer von klein nach groß, in der Reihenfolge Plugins, Theme, WordPress, php-Version durchführen.

Tipp 5: die richtige Reihenfolge der Updates ist
Plugins, Theme, WordPress, php

WordPress-Update mit der richtigen Reihenfolge viel Ärger vermeiden

Wordpress-Ärger besser vermeiden

WordPress-Ärger besser vermeiden mit KMB| WSMM

Warum ist das so? Die Elemente müssen in einer bestimmten Reihenfolge aktualisiert werden, leider kann man nicht sofort in den neuen Zustand mit lauter aktueller Software springen. Selbst wenn Sie „alles aktualisieren“ klicken, wird das technisch Komponente für Kompetente, letztlich Softwarezeile nach Softwarezeile umgesetzt. Wenn Sie erst WordPress aktualisieren würden, hätten Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Menge alter Plugins, die gar nicht mit der neuen WordPress Version können und die Webseite stören. Das gleiche gilt häufig auch für Themes. Und je länger Sie kein Update gemacht haben, desto wahrscheinlicher wird so ein gegenseitiges Stören.

Die sogenannte Abwärtskompatibilität ist meist deutlich häufiger gegeben. Das bedeutet, wenn Sie ein Plugin auf die neuste Version aktualisieren, ist es viel wahrscheinlicher, dass es einigermaßen mit der noch alten WordPress-Version funktioniert, als dass die alte Plugin-Version auf der neusten WordPress Version ohne Mucken weiter läuft. Zumindest sollte das aktuelle Plugin in der Regel nicht die ganze Webseite mit ihren Elementen irritieren oder sogar zum Absturz bringen. Außerdem kann man Plugins alle deaktivieren, so dass sie nach dem Update erstmal das Gesamtsystem in Ruhe lassen.

Tipp 6: Achten Sie auf die Kompatibilität-Angaben bei Plugins und Theme. Diese sollten natürlich bis zu der WordPress Version reichen, auf die upgedatet werden soll.

Vorher über die Kompatibilität informieren

Die Aktualisierungsseite in WordPress gibt Auskunft über die zu aktualisierenden Plugins und Themes, mit je einem weiteren Klick auf Details, finden Sie Informationen zur getesteten Kompatibilität von Plugins und Theme. Wenn diese nicht zur neuen WordPress Version passt, sollten Sie das Plugin nicht weiternutzen. D.h. sie müssen sich eine Alternative suchen oder erstmal auf das Plugin verzichten. Allerdings kann es beim Theme eine Zwischenlösung sein, nicht auf die allerneuste WordPress Version, im Moment 5.5.1, zu aktualisieren, sondern dann ggf. nur bis 5.4.9, wenn Ihr Theme dafür getestet ist.

Tipp7: Um nicht das Theme wechseln zu müssen, kann ein WordPress Update
auf eine neuere und mit dem Theme getestete aber nicht die neuste Version
eine Zwischenlösung sein

Sicherheit im Vorgehen – für Selbermachen und mit Dienstleister

Wordpress kann viel Spaß machen

WordPress kann viel Spaß machen – richtig gemanaget

Wenn Sie dieses Vorgehen befolgen, können Sie gerade auf einem Arbeitsserver beherzt an die Updates gehen. Wie Sie mit dem Ergebnis umgehen, lesen Sie dann in den nächsten Teilen 😉

  • Ärger mit Plugins beim Update:
    • Erpressung durch Freemium
    • Weiterentwicklung leider eingestellt
  • Der Horror jedes Webseiten-Betreibers: Whitescreens
  • Der Wert eines guten Supports

Wenn Sie lieber mit einem Dienstleister zusammenarbeiten, sollte dieser Ihnen für diesen ersten Schritt bis zum einfach Update der Komponenten einen festen und überschaubaren Preis nennen können. Und danach wird er eine Auskunft geben können, was Sie aufgrund von Fehlern und Inkompatibilitäten erwartet. Gerade bei älteren Webseiten bleibt es manchmal nicht aus, dass Sie sich ganz von der bisherigen Webseite werden verabschieden müssen. Aber gerade das sollten Sie als Chance sehen

Tipp 8: Je länger Sie mit den technischen Updates warten, desto umfangreicher und teuer wird es dann
wieder auf eine zeitgemäße und sichere Webseite zu kommen.

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